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Hip Hop braucht wieder Substanz!

Aktualisiert: 17. Sept. 2020

Was ist nur mit Rap passiert?


In den letzten Jahren hat sich die einst von Rhythmen und lyrischer Aussagekraft geprägte Hip-Hop Szene in ein Meer aus inhaltslosem Sing Sang verwandelt, bei der von den einst das Genre definierenden Merkmalen nicht mehr viel übrig ist.

Melodien sind zum Mainstream geworden und gelten heutzutage als Hauptkriterium, wenn es darum geht einen Hit-Song zu kreieren und viele Künstler folgen diesem Schema. Es geht ihnen nicht mehr darum Musik zu erschaffen, die ihnen persönlich etwas bedeutet, mit der sie sich identifizieren können und welche Empathie bei den Zuhörern auslöst, sondern sie folgen dem kommerziellen Massenzwang. Aus einer anspruchsvollen Kunstform, die von Legenden wie 2Pac, Eminem, Dr. Dre und Rakim geprägt und skilltechnisch an die Spitze getrieben wurde, ist eine reine Geldmaschinerie geworden.

Thema Nummer 1 ist und bleibt die Diskussion über Autotune, eine Pitch-Korrektion Software, die heutzutage fast in der gesamten Musikindustrie regelmäßig Anwendung findet. Zunächst einmal sehe ich nichts verwerfliches darin Technologie zu seinen Gunsten zu benutzen, wenn diese einen offensichtlichen Mehrwert bietet. Ein Beispiel hierfür wäre das Einsingen einer Hook, ohne die entsprechenden sängerischen Fähigkeiten zu besitzen. Hier kann der Künstler neben seinem Rap Vers auch einen melodischen Part miteinbringen, der beim Zuhörer im Ohr bleibt, etwas was früher nur durch harmonic layering möglich gewesen wäre.

Autotune als Stilmittel zu benutzen und dezent einzusetzen kann einen Song meiner Meinung nach also durchaus bereichern. Leider wird es heutzutage allerdings oftmals so prägnant verwendet, dass der Track seinen kompletten Wiedererkennungswert verliert. In Kombination mit monotonen, sich immer wiederholenden Inhalten, ohne roten Faden, gehen viele Künstler bereits unter, bevor ihre angestrebte Karriere überhaupt beginnen kann.

Ich glaube, dass es um der musikalischen Zukunft willen wichtig ist, nicht zu vergessen das Musik seit je her ein Instrument der Emotion und Empathie ist, das es weiterhin zu beschützen gilt.

Ich bin fest davon überzeugt, das ein Künstler erst dann aufblühen und ein Meisterwerk erschaffen kann, wenn er sich von den kommerziellen Fesseln befreit und seine Gedanken seiner inneren Stimme widmet.

Wie seht ihr das? Ist die Hip Hop Szene im Moment in einer guten Position oder gibt es Verbesserungsbedarf?

Ich bin gespannt auf eure Meinungen und freue mich über eure Kommentare!

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